Immobilienfinanzierungen werden teurer
Haben wir das Zinstal jetzt durchschritten? Einige Banken haben diese Woche Ihre Konditionen für Immobilienfinanzierungen angehoben. Die Zinsanhebungen liegen in einer Bandbreite von 0,10 bis 0,35 Prozentpunkte. Die stärksten Erhöhungen gab es für lange Zinsbindungen.
Diese Erhöhungen merkt der eine oder andere Immobilien- oder Hauskäufer schon im Geldbeutel. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro sind das monatlich bis zu 58 Euro Mehrbelastung.
Dreht jetzt der Zinsmarkt?
Wenn man sich die Renditen der fünfjährigen US-Staatsanleihen anschaut, sind diese inzwischen auf knapp 1 % gefallen. Ähnliches Niveau haben auch die Bundesanleihen erreicht. Der Leitzins der US-Notenbank ist auf 0 % gesenkt, jedoch ist die US-Notenbank derart unter Druck, dass 0 % Leitzins nicht mehr reichen. Man kauft Staatsanleihen auf, setzt auf längere Laufzeiten und druckt ganz einfach mehr Geld um die Wirtschaft anzukurbeln.
Und genau hier liegt der Knackpunkt. Immer mehr Investoren erkennen die Ohnmacht der Notenbank und machen sich Sorgen um den Wert des Dollars. Steigende Kosten und unter Aufwertungsdruck stehende Währungen dämpfen das Preisniveau global nicht mehr.
Der Zinsanstieg der vergangenen zwei Wochen könnte also der Beginn einer Trendwende sein, der sich auch in Europa bemerkbar macht.
Die Mehrheit der Experten sieht hier für die nächsten Wochen und Monate zunehmende Nerviösität und Schwankungen am Zinsmarkt. Investoren und Baufinanzierungskunden wird geraten sich auf ein Ende des 30-jährigen Abwärtstrend einzustellen.
Was soll man jetzt tun?
Immobilienbesitzer, deren Finanzierung in bis zu drei Jahren ausläuft, sollten Ihre Entscheidung, ob sie über ein Forwarddarlehen sich den Zinssatz sichern, nicht mehr auf die lange Bank schieben.
Immobilienkäufer und Bauherren, die schon ihre Entscheidung für ein Objekt getroffen haben, aber jetzt noch den Zinsmarkt beobachten wollen, sollten jetzt auch hier Nägel mit Köpfen machen.
Ob es jetzt wirklich eine Trendwende ist, das wird man wie immer erst später rückblickend beurteilen können. Der sicherheitsbewußte Immobilenbesitzer oder -käufer wird jetzt tätig werden, denn trotz der Erhöhungen ist das aktuelle Zinsniveau noch niedrig.
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